Medien und Technik im Alter – dafür braucht man MuT
Ein hilfreiches Projekt geht im Landkreis in die Verlängerung
Im Alltag bleibt es auch zur Vorweihnachtszeit nicht aus: Der Einsatz digitaler Medien.
Soziale Kontakte auf kürzestem Weg pflegen, ganz nebenbei Termine für Dienstleistungen oder Behördengänge buchen, eine Onlineüberweisung tätigen, Weihnachtsgeschenke online kaufen oder einfach nur eine Erinnerung über das Smartphone schreiben. All diese digitalen Dinge und noch viele mehr beeinflussen unseren Alltag. Wie stark werden dadurch Menschen im Alter in ihrer Selbstständigkeit beeinträchtigt? So enorm, dass sie zahlreich die kostenfreien Mediensprechstunden oder Gruppenschulungen im Rahmen des MuT-Projektes im Landkreis Forchheim nutzen.
Was verbirgt sich hinter dem MuT-Projekt des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales, für das sich der Landkreis Forchheim im Jahr 2023 erfolgreich beworben hat? Landkreise sind besonders für die Rolle als koordinierende MuT-Partner im Projekt geeignet. Sie haben im Blick, wo es vor Ort bereits Angebote zur digitalen Nutzungsberatung gibt und wo neue Angebote aufzubauen sind. Im Rahmen des Seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes ist notwendiges Wissen über Handlungsfelder der Seniorenpolitik und über Agierende vor Ort vorgehalten. So wirkt der Landkreis Forchheim, als einer der 19 ausgewählten bayerischen MuT-Partner im Modellprojekt, das sich nun in der zweiten Förderphase befindet. Neben Fördermitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales beteiligt sich auch der Landkreis mit einem Eigenmittelanteil daran, dass die medialen Schulungsangebote für hier lebende Menschen über 60 Jahren derweil kostenfrei erfolgen können.
„Was wären wir MuT-Partner aber ohne unsere vor Ort wirkenden MuT-Punkte.“, so äußert sich Patricia Reinhardt, Seniorenplanerin des Landkreises und koordinierende MuT-Partnerin, Schwerpunkt Verwaltung, dankbar. Tatsächlich sind es die MuT-Punkte, welche die Unterstützung hinsichtlich der Medienkompetenz der Teilnehmenden niedrigschwellig und einfach erklärt leisten. In der ersten Förderphase wurden schon knapp 600 Einsatzstunden verzeichnet und vielen Ratsuchenden mediales Wissen sowie digitales Können vermittelt.
Aus der Gruppe der Teilnehmenden sind anerkennende Worte über das nachhaltige Wirken der Dozentinnen und Dozenten der MuT-Punkte zu vernehmen. Etwa: „Sie haben mir die neue (digitale) Welt einen großen Spalt geöffnet.“ oder „Endlich kann ich mich im Internet bewegen und eine ganze Menge nun selbst erledigen“. „Sie haben mir Schritt für Schritt die Angst genommen, dass ich etwas falsch mache oder vor lauter Angst einfach nichts mache“. Die, mit knapp 95 Jahren, vermutlich älteste Teilnehmende lobt: „Dank des tollen Kursleiters und seiner Geduld, habe ich viele Zusammenhänge verstanden. Wichtig war mir, dass er auch auf Risiken hingewiesen hat z.B. bei Banküberweisungen. Jetzt fühle ich mich sicherer, muss jedoch viel üben."
So bildet sich das Schulungsnetzwerk über den gesamten Landkreis aus. Bestehende MuT-Punkte sind: WiR für UNS eG in Heroldsbach, VHS des Landkreises Forchheim/Gemeinde Langensendelbach, VHS des Landkreises Forchheim, Seniorenbeirat Neunkirchen a. Brand, Bürgerzentrum-Mehrgenerationenhaus Forchheim, Markt Eggolsheim und Markt Igensdorf. Ein weiterer MuT-Punkt entsteht in der Gemeinde Hetzles.
Haben Sie MuT und wenden Sie sich an den MuT-Punkt vor Ort, wenn Sie im Alltag mit der Mediennutzung oder der digitalen Technik Rat benötigen. Sollte bei Ihnen noch kein MuT-Punkt in der Kommune etabliert sein, wenden Sie sich gerne an den koordinierenden MuT-Partner, Schwerpunkt Schulungsangebote, angesiedelt in der VHS Forchheim, unter Markus.Kuschka@vhs-forchheim.de oder unter 09191/86-1044.
Sicherlich hat der ein oder andere Angehörige ein Weihnachtsgeschenk unter dem Baum liegen, dass er ohne den Einsatz der MuT-Punkte und Ihrer Schulenden nicht erhalten hätte. Auch im kommenden Jahr ist auf die Unterstützung der Beratenden vor Ort zu bauen.
Nähere Informationen erhalten Sie auch auf der Website des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales unter https://www.stmas.bayern.de/medien-im-alter/index.php.
Forchheim, 17.12.2025
Pressestelle